Das Gespräch aus der Ferne 
Vierteljahreshefte zu wesentlichen Fragen unserer Zeit 
Rezensionen bedeutender Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt gehören zum Repertoire des „Gesprächs aus der Ferne“.
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AUSGABE NR.: 375

Autor: Kurt Darsow

AUSZUG:

....In der Blütezeit des ungarischen Stalinismus beobachtete der Schriftsteller Istvan Eörsi ein merkwürdiges Ritual. Wann immer auf öffentlichen Veranstaltungen der Name Stalins oder seines Statthalters Rakosi fiel, fuhren die Anwesenden von ihren Sitzen hoch und applaudierten frenetisch.

Hat der jüngste Systemwechsel im "Archipel Gulasch" diesen kollektiven Aufwallungen etwa ein Ende bereitet? Nach Istvan Eörsis Ermittlungen ist eher das Gegenteil der Fall. Seine essayistischen "Versuche über das Neinsagen" decken mehr Kontinuitäten zwischen der alten und der neuen Ordnung auf als den Apologeten der Wende lieb sein mag. Statt endlich ihren eigenen Kopf zu gebrauchen, haben die nach Erlösung dürstenden Massen lediglich ihren Glaubensartikel gewechselt: Statt "Sozialismus" skandieren sie "Marktwirtschaft".

Ob er sich mit dem Sowjetrnenschen unseligen Angedenkens, dem Massaker von Srebrenica, dem Höllensturz vom 11, September, seinem philosophischen Mentor Georg Lukacz oder intellektuellen Werdehn Schatz an
klassischer chinesischer Bildung,
kartätschten die Mauern nieder, die
gegen das so genannte .westliche.
Denken errichtet worden waren.<<
Auf deutsch ist das Buch 1984 im
Diederichs Verlag,München, erschienen.
Zum Schluß hat Elisabeth von
Thadden das Buch Jesaja aus der
Bibel wiedergelesen, und unter dem
Titel .Zum ewigen Fenster. bescheinigt
die .Rezensentin. dem fernen
Propheten, dass sein Buch .nichts von
seiner Kraft verloren. habe.